Herbert Lust: Warum Christie's und Sotheby's um sein Erbe kämpfen
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Herbert Lust: Warum Christie's und Sotheby's um sein Erbe kämpfen

21. August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Von Nikola Mrsic · Schmuckexperte

Herbert Lust war einer der leidenschaftlichsten Kunstsammler der Nachkriegszeit – seine Giacometti-Kollektion entfacht nun einen Bieterkampf zwischen den grössten Auktionshäusern der Welt. Der Fall zeigt, wie persönliche Leidenschaft und Provenienz den Wert einer Sammlung langfristig steigern.

Auf einen Blick

  • Christie's und Sotheby's kämpfen um die Giacometti-Sammlung des Sammlers Herbert Lust.
  • Persönliche Leidenschaft und Künstlerbeziehungen steigern den Sammlungswert enorm.
  • Provenienz und Geschichte eines Objekts erhöhen den Wiederverkaufswert deutlich.
  • Langfristige Partnerschaften mit Fachhandel und Auktionshäusern zahlen sich aus.
  • Qualität und Authentizität verbinden Kunstmarkt, Uhren und Schmuck grundlegend.

Der Kunstmarkt im Herbst 2026 steht vor einem der faszinierendsten Bieterkämpfe der Saison: Christie's und Sotheby's kämpfen um das Erbe von Herbert Lust, einem der eigenwilligsten und leidenschaftlichsten Sammler der Nachkriegszeit. Für Kenner des Luxusmarktes, für Sammler und für alle, die sich für die Mechanismen hinter grossen Auktionen interessieren, ist dieser Zweikampf mehr als eine Schlagzeile. Er ist ein Fenster in die Welt des hochkarätigen Sammelns, in die Psychologie des Kunstmarktes und in die strategischen Ambitionen der mächtigsten Auktionshäuser der Welt.

Was macht diesen Fall so bemerkenswert? Es ist die Verbindung von persönlicher Geschichte, künstlerischer Leidenschaft und nüchternem Marktkalkül, die hier aufeinanderprallen. Herbert Lust war kein distanzierter Investor, der Kunst als Anlageklasse betrachtete. Er war ein Mensch, der Giacometti persönlich kannte, der Jahrzehnte in der Welt der Avantgarde verbracht hatte und dessen Sammlung ein gelebtes Leben widerspiegelt. Für Schmuck- und Uhrenliebhaber in der Schweiz, die selbst mit dem Gedanken spielen, wertvolle Stücke zu erwerben oder als Erbe weiterzugeben, bietet dieser Fall zahlreiche relevante Einsichten: über Wertzuwachs, über Provenienz, über die Bedeutung persönlicher Bindungen zu Kunstschaffenden und über die Frage, wie man eine Kollektion so aufbaut, dass sie Generationen überdauert.

Herbert Lust: Der «zufällige Sammler» mit Weltformat

Die Geschichte von Herbert Lust liest sich wie ein Roman.

Dieses Prinzip hat sich, wie sich heute zeigt, auch finanziell als ausserordentlich klug erwiesen.

Für Schweizer Sammler und Liebhaber von Luxusgütern bietet diese Geschichte eine wichtige Erkenntnis: Der tiefste Wert einer Kollektion entsteht nicht durch kalkulierten Aufbau, sondern durch echte Leidenschaft und persönliche Verbindungen. Dies gilt für Kunst genauso wie für erlesenen Schmuck oder bedeutende Uhren.

Der Bieterkampf: Strategien und Signale zweier Weltmächte

Dieser Bieterkampf ist für Branchenkenner hochinteressant, weil er die strategischen Mechanismen der beiden Häuser offenbart.

Christie's hingegen bringt ebenfalls gewichtige Argumente in den Ring. Das Londoner Haus ist historisch eng mit Giacometti-Verkäufen verbunden. Diese Expertise und Glaubwürdigkeit im Umgang mit Werken des Schweizer Bildhauers ist ein starkes Argument für das Haus, wenn es um die Vermarktung der Lust-Giacomettis geht.

Besonders bemerkenswert ist die Struktur der Lust-Sammlung selbst.

Diese Konzentration auf einen bestimmten Künstler ist typisch für Sammler mit echtem Kennerblick: Sie folgen ihrer Überzeugung, auch wenn der Mainstream noch nicht mitgezogen hat. Bellmer gehörte lange Zeit zu den unterschätzten Meistern des Surrealismus; Sammler wie Lust haben dazu beigetragen, seinen Ruf zu festigen.

Was bedeutet dieser Bieterkampf für den Markt? Er signalisiert, dass hochkarätige Nachlass-Einlieferungen nach wie vor das Herzstück des Auktionsgeschäfts bilden und dass die Auktionshäuser bereit sind, erhebliche Ressourcen in die Akquisition solcher Kollektionen zu investieren. Für Sammler bedeutet dies: Wer langfristig aufbaut und gute Beziehungen zu den Häusern pflegt, kann seine Kollektion zu den günstigsten Konditionen platzieren.

Giacometti, Luxusgüter und der Schweizer Kontext

Alberto Giacometti ist nicht irgendein Künstler. Er ist eine Schweizer Ikone: geboren 1901 in Borgonovo im Kanton Graubünden, aufgewachsen in Stampa, tätig in Paris. Die Tatsache, dass seine Werke heute zu den teuersten Objekten auf dem gesamten Kunstmarkt gehören, ist auch eine Schweizer Geschichte. Und sie ist direkt relevant für das Verständnis, wie Wert entsteht: durch handwerkliche Meisterschaft, durch authentischen Ausdruck und durch die Verbindung eines Werkes mit einem grossen Lebenswerk.

Das entspricht zum aktuellen Kurs gut 25 Millionen Schweizer Franken für eine einzige Skulptur.

Diese Zahlen mögen für den Kauf eines Uhren- oder Schmuckstücks weit entfernt erscheinen. Doch die Mechanismen dahinter sind identisch. Was einen Giacometti zu einem 25-Millionen-Franken-Objekt macht, ist dasselbe, was eine limitierte Patek Philippe oder einen handgefertigten Diamantring von einem industriell gefertigten Schmuckstück unterscheidet: Herkunft, Handwerk, Authentizität und die persönliche Geschichte hinter dem Objekt.

Diese persönliche Bindung an ein Objekt, diese Überzeugung, das Richtige erworben zu haben, kennen auch Kenner feiner Uhrmacherkunst oder handgefertigten Goldschmucks.

Interessant ist auch die Frage der Provenienz. Giacometti-Werke aus der Sammlung eines Mannes, der den Künstler persönlich kannte und mit ihm befreundet war, haben eine Provenienz, die über das blosse Werkverzeichnis hinausgeht. Diese Einzigartigkeit der Geschichte hinter einem Objekt ist in der Welt des Sammelns unbezahlbar: Sie schafft emotionale Substanz, die sich in Auktionspreisen niederschlägt.

Für Schweizer Käufer und Sammler bedeutet das Konkrete: Ein Stück mit nachweisbarer, bedeutender Provenienz kann bei einer Weiterveräusserung deutlich höhere Preise erzielen als ein qualitativ vergleichbares Stück ohne Geschichte. Das gilt für Gemälde ebenso wie für Uhren und Diamantschmuck. Wer beim Kauf eines hochwertigen Stückes auf die Herkunft, auf Zertifikate und auf die Geschichte des Vorbesitzers achtet, investiert nicht nur in das Objekt selbst, sondern in seine Erzählung.

Was der Luxusmarkt 2026 daraus lernt: Zwischen Emotion und Kalkül

Der Fall Herbert Lust ist kein isoliertes Ereignis. Er spiegelt eine breitere Entwicklung im globalen Luxusmarkt wider, die für alle relevant ist, die hochwertige Objekte kaufen, besitzen oder weitergeben möchten.

Das ist eine wichtige Botschaft: Der Markt für Luxusobjekte wächst und verjüngt sich gleichzeitig. Neue Generationen entdecken hochwertige Uhren und exzellenten Schmuck als Ausdrucksform ihrer eigenen Werte und als langfristige Wertanlage.

Was lässt sich aus dem Lust-Duell konkret ableiten? Erstens: Die Qualität der Beziehung zwischen Sammler und Auktionshaus ist entscheidend. Wer langfristig mit einem Fachhandelspartner zusammenarbeitet, profitiert im Moment der Entscheidung von aufgebautem Vertrauen. Das gilt für New Yorker Auktionshäuser genauso wie für Schweizer Juweliere und Uhrenspezialisten.

Zweitens: Der Unterschied zwischen einem Hauptlos und einem Tagesauktionsstück liegt nicht immer in der Grösse, sondern in der Bedeutung. Diese Unterscheidung kennen auch Uhren- und Schmuckkenner: Ein kleiner, aber perfekt gearbeiteter Anhänger in Gold mit nachweisbarer Handarbeit kann mehr wert sein als ein grosses, aber maschinell gefertigtes Stück.

Drittens: Die Entscheidung, Teil einer Sammlung an Museen zu schenken, anstatt alles zu verkaufen, erhöht paradoxerweise den Ruf und damit auch den Marktwert der verbleibenden Stücke. Die Grosszügigkeit eines Sammlers gegenüber Institutionen zeugt von Überzeugung und Kennerschaft, was den verbleibenden Werken eine zusätzliche Legitimation verleiht.

Viertens: Die Auktionspreise für Giacometti illustrieren, wie tiefgreifend die Globalisierung des Luxusmarktes vorangeschritten ist. Käufer aus Asien, dem Nahen Osten und Amerika konkurrieren um dieselben Spitzenobjekte. Das treibt die Preise, schafft aber auch Chancen: Wer frühzeitig in Qualität investiert, partizipiert an dieser globalen Nachfrage. Für Schweizer Käufer ist die eigene Währungsstärke des Schweizer Frankens dabei ein natürlicher Vorteil bei der Beurteilung der realen Kaufkraft.

Fünftens: Der Markt für bedeutende Sammlungen funktioniert über persönliche Netzwerke. Diese Begegnung war der Beginn eines lebenslangen Netzwerks. Wer heute hochwertige Uhren und Schmuckstücke bei einem vertrauenswürdigen Fachhandel kauft, investiert nicht nur in ein Objekt, sondern in eine Beziehung und in Wissen, das im Laufe der Jahre immer wertvoller wird.

Was der Fall Lust für Käufer und Sammler in der Schweiz bedeutet

Die grossen Linien des Kunstmarktes und des Luxusmarktes verlaufen parallel. Wer versteht, warum Christie's und Sotheby's um die Nachlass-Sammlung von Herbert Lust kämpfen, versteht auch, warum qualitativ hochwertige, persönlich bedeutsame und handwerklich exzellente Objekte langfristig an Wert gewinnen. Der Ruf der Schweiz als Hüterin von Qualitätshandwerk, von Präzision und von Diskretion ist dabei kein Zufall, sondern das Ergebnis von Jahrhunderten der Kultivierung höchster Standards.

Die Verknüpfung von persönlicher Geschichte und materiellem Objekt ist in der Schweiz tief verwurzelt. Giacometti selbst, der grosse Schweizer Bildhauer, dessen Werk heute Millionenpreise erzielt, war ein Handwerker von höchsten Gnaden, ein Mann, der seine Figuren immer wieder überarbeitete, niemals zufrieden mit dem, was er geschaffen hatte. Diese Haltung der Perfektion ist auch im Schweizer Uhren- und Schmuckhandwerk zu Hause.

Für den Käufer, der heute ein schönes Stück Halsschmuck oder eine bedeutende Uhr erwirbt, lautet die Lehre aus dem Fall Lust: Kaufe, was du wirklich liebst. Kaufe von Handwerkern und Händlern, die du kennst und denen du vertraust. Achte auf Provenienz, auf Zertifikate und auf die Geschichte eines Stückes. Und pflege deine Sammlung, egal ob sie aus einem einzigen bedeutenden Stück oder aus Hunderten von Objekten besteht, mit derselben Sorgfalt, die Lust seiner Kollektion widmete.

Termin8 in Schaffhausen versteht sich als genau dieser Art von Partner: ein Ort, an dem Kenntnis, Diskretion und echte Leidenschaft für Qualitätsobjekte zusammenkommen. Diese Zahlen zeigen: Der Appetit auf hochwertige Objekte ist ungebrochen. Wer jetzt in Qualität investiert, handelt nicht nur ästhetisch klug, sondern auch wirtschaftlich.

Herbert Lust sagte einmal, dass er sich seinem Leben gegenüber dankbar und bescheiden fühle. Doch was er aufgebaut hat, spricht für sich: eine Sammlung, um die die mächtigsten Auktionshäuser der Welt kämpfen, ein Leben voller Begegnungen mit Genies, ein Vermächtnis, das Museen auf drei Kontinenten bereichert. Das ist das Ergebnis echter Leidenschaft, konsequenter Qualitätsorientierung und der Bereitschaft, über Jahrzehnte hinweg Beziehungen zu pflegen. Es gibt keine bessere Inspiration für jeden, der selbst Schönes sammelt, trägt oder verschenkt.